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Die Geschichte ließ uns nicht los. Der Hinweis lautete: 100 bis 300 Meter im Umkreis einer Hütte. Aber am vermuteten Platz fand sich nichts, weder Ausrüstung noch sonst etwas, was auf eine militärische Nutzung hingedeutet hätte. Auch eine naheliegende Höhle wurde intensiv untersucht, aber nichts entdeckt. Wir waren ratlos und der beginnende Winter verhinderte weitere Prospektionen. Im Frühjahr kam ein wesentlicher Hinweis durch weitere Recherche unseres Leipziger Profis zutage. Eine alte Karte aus dem Jahr 1936 wies auf eine verfallene Hütte in der Nähe des bisherigen Suchgebietes hin, weit weg von allen Wegen und Pfaden. Eine Vorsondierung ergab sofort ein interessantes Fund- spektrum. Ausrüstungsschrott allenthalben und ganz auf unserer Suchlinie: Kistenbänder von Wehrmachtskisten.
Ein Blick über den nebenliegenden Grat ergab einwandfrei ein anthropogenes Grabeloch. Wir waren äußerst aufgeregt, als eine kurze Testgrabung viele Verpflegungsdosen und einige leere Weinflaschen freilegte. Die Recherche aufgrund der Etikettenreste ergab einwandfrei den auch von Henriette von Schirach in Ihrem Buch “Preis der Herrlichkeit” erwähnten 1940er Bernkastler Riesling.

Nur 10 Meter entfernt wurden wir kurz darauf erneut fündig. Das Devisenloch der Verbringer, noch mit Dachpappe umrandet, und mit einigen zerstörten Ausrüstungsteilen gefüllt.
Für uns ergaben sich daraufhin arbeitsreiche zwei Wochen. Tagsüber Ausgrabungen, abends Recherchen über die Funde. Neben 57 Weinflaschen von 1940 fanden wir die Reste von Sektflaschen, 150 ml Spirituosenflaschen und umfangreich Verpflegungsdosen der Wehrmacht. Was uns überraschte war, dass wir nach 63 Jahren im Erdboden noch einigermaßen erhaltene Etiketten auf den Flaschen fanden. Zwar haben nur einige wenige diese Zeit überlebt aber immerhin. Wir haben also eines der umgelagerten Devisendepots entdeckt. Unberührt seit über 63 Jahren, aber leider wie bisher alle Depots des Reichsbankgoldes, leer. Aber noch geben wir nicht auf. Einer der Verbringer spricht von mehreren Verbringungsdepots an dieser Stelle. Auch der genannte Oberst Pfeiffer scheint wohl auf Nummer sicher gegangen zu sein und einiges nochmals umgelagert zu haben.
Außerdem lehrt uns dieser Fund einiges über den Depotbau und die Verbringungstechniken der Gebirgsjäger. Aufgrund einiger Informationen vermuten wir weitere Depots gleicher Bauart in dem Gebiet.
Wir sind gespannt was noch auf uns wartet...
Die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse:
1: Der Fund der Alkoholikas:
Weitere Ergebnisse brachte nun die Weinflaschen-recherche. Aus den zerfressenen Etikettenresten verschiedener Flaschen und deren Bruchstücken erstellten wir eine einigermaßen lesbare Version des Bauchetiketts. Schwierigkeiten bereitete uns das Bruchstück, welches wir mit Frank... oder Krank... Spätlese entzifferten. Etwa eine Franken Spätlese von der Mosel oder eine Spezialabfüllung für Kranke, eventuell Kriegsversehrte? Andy hat nach intensiver Recherche die richtige Spur zum Weingut gefunden, in dem der Wein abgefüllt wurde. Dort wurde uns bestätigt was wir hofften:
Der gefundene Wein ist DAS BESTE WAS DIE MOSEL ZU BIETEN HAT!!! Ein absoluter Spitzentropfen seinerzeit und auch heute noch bei Kennern als höchstwertiger Luxusartikel gefragt!
Der Wein stammt vom Weingut Peter Nicolay. Es handelt sich um einen Ürziger Kranklei ["Kranklei" ist die Ausdeutschung von "grand lieu" - was "beste Lage" bedeutet.] Der sehr umgängliche heutige Besitzer des Weingutes versuchte für uns noch ein Orginaletikett aufzutreiben und hat uns auf sein Weingut sehr herzlich eingeladen. Wir haben uns über diese Information sehr gefreut, denn auch die Quellen sprechen von den hochwertigen Weinen und Sekten, welche im Umfeld der Reichsbankgoldverbringung versteckt wurden.
Einige Tage später erhalten wir tatsächlich ein Paket mit einer Ürziger Spätlese, zwar von 1967, aber mit einem ganz ähnlichen Etikett wie der gefundene Kranklei von 1940.
Herzlichen Dank Herr Pauly, wir halten die Spätlese in Ehren.
Wird fortgesetzt...
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