Das aktuelle Suchwetter für Garmisch-Partenkirchen


     Geschichte und Geschichten aus Werdenfels: Unsere Vortragsreihe gemeinsam mit der Partenkirchner Bücherei:                       Thema am 07.03.2012 in der Ludwigstrasse 29 ab 19.30 Uhr:

Multimediavortrag: Geotrekking im Zugspitzland von Andreas Kaiser



Kontakt unter: fff@fragen-forschen-finden.de
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Das Reichsbankgold am Walchensee

Schatzsuche ist “en vogue”. Auf unsere Veröffentlichungen haben sich viele Interessenten gemeldet. Einige wollen mit dabeisein, andere finden das Thema spannend, wieder andere suchen Informationen und eine kleine Gruppe hat Informatives zu berichten. Das ist für uns hochspannend und immer aufschlussreich. Herzlichen bedanken möchten wir uns an dieser Stelle für das Interesse von Frau Trautmann, der Chefredakteurin des Kreisboten an heimathistorischen Themen und deren Veröffentlichung.

Zeitzeugensuche: Der Artikel zum Thema im Kreisboten vom 07.02.2009

Resonanz des Artikels im Kreisboten

Sehr gefreut haben wir uns über die Berichterstattung in “PM History”. Ein ganzer Sonderteil prall gefüllt mit Schatzsuchergeschichten darunter auch das Reichsbankgold am Walchensee und unsere bisherige Suche:

 

Die Geschichte des Reichsbankgoldes am Walchensee

Das Netzeband Protokoll

Ende April 1945 flüchteten sie aus dem bombenzerstörten Berlin. Fünfzehn Mann, drei LKW und in den völlig überladenen Fahrzeugen - ein Schatz der Reichsbank. 730 Goldbarren à 12,5 kg, Devisen, Druckstöcke, Notenpapier und Gewichtstabellen. Über Karlsbad, Marienbad, Cham erreichte der Transport, nachdem er in München noch weitere Werte geladen hatte, nach einer gefährlichen Fahrt, das Bergwerk in Peissenberg. Dort sollte der Schatz eingelagert werden, die Feuchtigkeit in den Stollen machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Also weiter, immer Richtung Süden, der legendären Alpenfestung zu. In Mittenwald, kurz vor der österreichischen Grenze, wurde der Schatz vom Leiter der Gebirgsjägerschule, Herrn Oberst Pfeiffer, übernommen und ein Versteck gesucht. Nicht in Mittenwald, dort bestand die Gefahr nach dem Kriege durch neue Grenzverläufe den Schatz zu verlieren, sondern in das Übungsgebiet der Gebirgsjäger am Walchensee. Hierher wurden die Werte verlagert, in das dortige Jagdhaus Einsiedel. In mehreren Nacht und Nebel Aktionen wurde der Schatz auf den Steinriegel gebracht, dort mehrmals umgelagert und im Juli von den Amerikanern und Engländern, nach massiven Nachforschungen, sichergestellt.

Alles, was der gewissenhafte Reichsbankoberkassier Netzeband protokolliert hatte, wurde mit der Zeit gefunden, aber hatte er wirklich alles protokolliert? - Nein! Nach dem Krieg gab es Spekulationen, ein Teil des Schatzes sei nicht gefunden, noch bis zu drei Tonnen, so wird vermutet, warten auf den glücklichen Finder. Auch die Amerikaner vermissen 200 kg Gold wie der Bericht der Landespolizei ausweist.

Schlussatz des Untersuchungsprotokoll der Landespolizei

Suchplanungsbesprechung

Das Opfer der Panzerfaust

Gegenhanganalyse

Gute Ausrüstung für das drei Grad warme Wasser

Luftbild von 1945

Die wohlverdiente Brotzeit

 

Faktisch wurden damals sehr viel mehr Werte an den Walchensee gebracht, als über die vorhandenen Protokolle erfasst ist.

Immer wieder wurden nach dem Krieg den Treuhändern Werte aus dieser Gegend angeboten, zu einer Übergabe kam es niemals, da die Möglichkeit der Existenz von Raubgold (gestohlen aus den Landesbanken der besetzten Gebiete während des Krieges) nicht ausgeschlossen werden konnte und damit eine Fundprämie nicht auszahlbar gewesen wäre.

Am Ende des Krieges fluteten Unmengen von Material, Werten und Menschen in die Alpenregionen auf der Flucht vor den Siegern. Nazi-Bonzen, Militärs und Funktionäre flohen nach Süden, in der Hoffnung an einem sicheren Plätzchen das Kriegsende abzuwarten. In Garmisch- Partenkirchen, normalerweise 20.000 Bewohner, hielten sich zeitweilig bis 80.000 Personen auf. Berghütten, Heustadel, Häuser und Almen waren belegt mit hochrangigen Flüchtlingen. Militärgerät allenthalben, die Wertgegenstände wurden, auch von Einheimischen, vermauert oder vergraben.

Im Jahr 1948 findet ein Einzelgänger in der Nähe des Kreuzes auf dem Bild einen Schatz, vermutlich Gold, verbringt diesen an 13 verschieden Stellen weiter und stirbt bei einem Autounfall. Woher stammt dieses Gold, wenn doch alles was in den Protokollen ausgewiesen wurde, durch die Amerikaner gefunden wurde?

Hier setzen wir an und kommen zu erstaunlichen Verbindungen zwischen den isolierten Ereignissen.

Anfang 1945 waren in der Gegend mehrere Transporte unterwegs. Nicht nur das Gold und die Devisen des Netzeband  Transportes fand den Weg an den Walchensee, auch weitere Lieferungen erreichten scheinbar die Gegend. In GAP wurden viele LKW beladen mit den Werten der Bonzen des Dritten Reiches sichergestellt. Teppiche von Göring, Silber, uvm. Aber viele Transporte erreichten die relative Sicherheit der Berge und fanden dort, wo der Reichsschatz bereits war, weitere Verstecke. Henriette von Schirach beschreibt in einem kleinen Nebensatz in ihrem Buch, “Der Preis der Herrlichkeit”, dass auch hochwertige Spirituosen an den Walchensee zum Verstecken gebracht wurden und auch einer der Verbringer, der Jäger Veit, gab zu Protokoll: Er habe auf Goldbarren Weinflaschen liegen sehen.

So gab es mehrere rätselhafte Transporte, darunter auch einen Transport, welcher ausgehend vom Walchensee am 29./30.04.1945, einige Tage vor Kriegsende, in das Estergebirge aufbrach. Ein Schneesturm brachte die Verbringer vom geplanten Weg ab und es ergab sich, dass das Gold des Transportes provisorisch versteckt werden musste. Dieser Transport wurde von mehreren Personen beobachtet.

 

Der Ansatz:

Das Gelände dort ist extrem unwegsam. Gar nicht selten enden Steige an wilden Klammen, Holzerwege führen in die Sackgasse, Wege und Pfade entstehen scheinbar aus dem Nichts und verschwinden nach einiger Zeit wieder. Die Bäume bieten hervorragenden Sichtschutz für Verbringer, die Gegend war und ist menschenleer. Ideal für das Verstecken von Wertgegenständen.

Ausgehend von der Schatzgeschichte arbeiten wir uns langsam durch die Gegend. Dabei haben wir über die Kartenauswertung und die Gegenhanganalyse Hot Spots festgemacht.

Ca. 30% der Gegend dort sind nur sehr schwer zu erreichen, oder eignen sich aus geologischen Gesichtspunkten nicht für ein Versteck (Felsen, zu steil, wasserführend). Außerdem war der Finder aus Augsburg und nicht zuhause in den bayerischen Bergen.

Das verkleinert das Suchgebiet.

Im Folgenden versuchen wir in den Gebieten festzustellen, ob eine militärische Nutzung gegeben war und Hinweise auf die beteiligten Einheiten zu bekommen. Dazu durchkämmen wir die Hotspots mit den Sonden, klettern durch die Lainen mit professioneller Canyoningausrüstung, arbeiten uns mit Kletterausrüstung durch steile Bergbäche oder beklettern unwegsame Gebiete. Fast immer sind wir in Bereichen ohne Weg und Steg unterwegs und müssen dementprechende Wander und Kletterausrüstung mitführen.

Der lange erhoffte Nachweis für weitere versteckte Werte ist unser spektakulärer Fund vom Herbst 2008:

Die Entdeckung des Weindepots und eines der  Devisenlöcher

 

Für diejenigen die sich näher mit den Hintergründen der Schatzsuche und des Reichsbankgoldes befassen wollen empfehlen wir die von Tom zusammengestellte Auswahl an Büchern auf der Seite von Amazon:

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